Blogeintrag vom 06.11.2015

Reifenwechsel

🕔06.11.2015 👤Michael Zenger, Speedsport Magazine
Reifenwechsel
Foto: © Lulop / Pirelli

In der Formel 1 wird gerne auf den Reifenlieferanten Pirelli eingedroschen. Zu weich, zu unbeständig seien die Reifen und man könne nicht mehr voll fahren.
Besonders viel Kritik gab es 2012. Dabei war dies in meinen Augen das die spannendste Saison der Formel 1 der Neuzeit, als es (wegen dem Verhalten der Pirelli-Reifen) noch echte Überraschungssieger gab, und die ersten sieben Grand Prix sieben unterschiedliche Sieger produzierten.
Letztlich produziert Pirelli das was die Regelmacher wünschen, und für das kommende Jahr ist dies wohl noch eine weitere, weichere, Mischung. Wie sich diese Mischung auf die Rennen 2016 auswirken wird bleibt abzuwarten.

Der Umgang einer Rennserie mit einem Reifenlieferanten geht auch anders:
In der japanischen "Super Formula", der dortigen Top-Serie mit Fahrzeugen auf GP2 Niveau, liefert Bridgestone seit einer gefühlten Ewigkeit die Reifen. Die Serie wurde zwar mehrfach umbenannt, von "japanische Formel 2000" (1973-1977) in "japanische Formel 2" (1978-1986), dann in "japanische Formel 3000" (1987-1995) bis zur "Formel Nippon" (1996-2012), Bridgestone war schon 1973 dabei.

Mit dem letzten Rennen der Saison 2015 geht eine Ära zu Ende, die Super Formula benötigt einen neuen Reifenausrüster. Eines ist klar: Tirendo wird es wohl nicht. Denn die versorgen überwiegend den Privatnutzer. Aber die Super Formula hat in Yokohama bereits einen Nachfolger gefunden.

Für das Finalrennen am kommenden Wochenende hat man sich etwas Besonderes einfallen lassen: Fans sollen Sprüche mit Danksagungen für Bridgestone schreiben, die gesammelt auf einem großen Banner an Bridgestone übergeben werden. Das ist die sprichwörtliche Japanische Höflichkeit.