Wochenrückblick 42: Toyota ist Weltmeister, Verstappen-Aufholjagd

6h Barcelona 2026
Foto: © Ferrari S.p.A.

Motorsport-Highlights der Woche (KW 42/2026, 16.-18. Oktober)

In Barcelona holt Genesis die erste Pole, doch Toyota fährt einen Doppelsieg ein und ist ein Rennen vor Schluss Weltmeister der Hersteller. Beim Finale des Langstrecken-Cups der GT World Challenge in Portimão gewinnt GetSpeed, während Max Verstappen bei seinem GT3-Auftritt eine sehenswerte Aufholjagd hinlegt. In der Super GT rücken Naoki Yamamoto und Tadasuke Makino mit ihrem Sieg in Autopolis bis auf drei Punkte an die Spitze heran.

Langstrecken-WM: Genesis auf der Pole, Toyota holt den Titel

Die Langstrecken-WM war zum ersten Mal zu Gast in Barcelona, als Ersatz für eines der beiden Rennen in der Golfregion. Das Wetter gab dem Sechsstundenrennen seine eigene Würze: Zu Beginn war die Strecke nass, und auch in den verbleibenden Rennstunden hing immer eine gewisse Regenwahrscheinlichkeit über dem Kurs. Ansonsten zeigte sich Barcelona wie schon in der Formel 1 als eher schwierige Strecke zum Überholen.

Die erste Geschichte schrieb Genesis schon in der Qualifikation. Mathys Jaubert stellte den Genesis mit der Nummer 17 auf die Pole, mit 21 Jahren als jüngster Fahrer in der Geschichte der Serie überhaupt (und als erster Silber-Fahrer mit einer Hypercar-Pole). Das andere Genesis-Fahrzeug war mit Mathieu Jaminet als Drittem ebenfalls weit vorn dabei. Für einen Hersteller in seiner ersten WM-Saison ist das ein Ausrufezeichen. Nach dem Start auf nasser Strecke war die Führung aber nach wenigen Metern wieder dahin, und am Ende kamen die beiden Genesis nur als Elfter und 16. ins Ziel.

Toyota dagegen war sowohl auf nasser als auch später auf eher trockener Strecke eine Klasse für sich. Die beiden Spitzenpositionen machten die Japaner unter sich aus: Es gewannen Sebastien Buemi, Brendon Hartley und Ryo Hirakawa vor ihren Teamkollegen Mike Conway, Kamui Kobayashi und Nyck De Vries, der Ferrari mit der Nummer 50 wurde mit rund 40 Sekunden Rückstand Dritter. Damit ist Toyota ein Rennen vor Schluss bereits Weltmeister und holt sich den Herstellertitel nach dem Ferrari-Jahr 2025 zurück. Auch die Fahrertitel werden unter den Toyota-Besatzungen ausgemacht: Vor dem Finale in Monza führt die Nummer 8 mit 17 Punkten vor der Nummer 7.

Der dritte große Punkt war das Rennen des BMW mit der Nummer 20. Rene Rast, Robin Frijns und Sheldon van der Linde lagen vor dem Wochenende 14 Punkte hinter der Spitze und hätten noch in die Meisterschaft eingreifen können. Dann kam eine strategische Fehlentscheidung: Unter dem ersten Safety Car blieb Rast draußen, im langsamen Tempo fiel der Luftdruck der Hinterreifen unter das vorgeschriebene Minimum. Es folgten ein zusätzlicher Stopp und eine Strafe, danach fuhr der BMW weitestgehend mit Rundenrückstand und aussichtslos auf Punkte herum. Platz 14, zwei Runden zurück, und die Titelchance ist dahin.

GT World Challenge: GetSpeed gewinnt, Verstappen holt auf

Das Finale des Langstrecken-Cups der GT World Challenge in Portimão hatte schon vor dem Start seine große Story: Max Verstappen griff wieder ins Lenkrad eines GT3-Fahrzeugs, im Mercedes seines eigenen Teams zusammen mit Christopher Lulham und Ben Barnicoat. Vorn duellierten sich zu Beginn zwei Porsche, der Boutsen-VDS-Elfer von der Pole und der Lionspeed-Porsche, in dem frisch gebackene DTM-Meister Thomas Preining gleich in der ersten Runde auf Platz zwei vorbeigegangen war. Ein Highlight in der Mitte des Rennens setzte dann Joseph Loake, der den McLaren von Garage 59 mit einigen Überholmanövern außen herum in der ersten Kurve bis auf Platz zwei und in Greifweite zur Führung brachte.

Vorn setzte sich aber der Mercedes von GetSpeed mit der Nummer 17 fest. Beim ersten Boxenstopp blieb Maximilian Götz eine Runde länger draußen, Ralf Aron kam danach vor beiden Porsche auf die Strecke, und Fabian Schiller brachte den Sieg nach einem späten Safety Car mit fünf Sekunden Vorsprung nach Hause. Für GetSpeed ist es der erste Sieg im Langstrecken-Cup, für Götz der erste Gesamtsieg in dieser Serie seit 2013. Dahinter kamen die beiden Porsche ins Ziel, die zu Rennbeginn in Führung gelegen hatten, Lionspeed vor Boutsen VDS.

Und Verstappen? Im letzten Drittel des Rennens, als es bereits dunkel war, übernahm er das Auto, doch der Mercedes lag da schon weit zurück. Lulham hatte nach einem Neustart in Kurve acht einen verunglückten Überholversuch am Mercedes von Luca Stolz gestartet und ihn umgedreht, dafür kassierte das Auto eine Durchfahrtsstrafe. Verstappen begann seinen Stint auf Platz 24, und lieferte nach einem weiteren Safety Car eine sehenswerte Aufholjagd. Am Ende kam er als Neunter ins Ziel, nachdem er sich in den letzten Runden noch ein Duell mit Arthur Leclerc geliefert hatte, dem Bruder des Formel-1-Fahrers. Stolz konnte den Dreher verschmerzen: Er, Maro Engel und Lucas Auer hatten den Titel im Winward-Mercedes schon vor dem Finale sicher, weil ihr Vorsprung von 27 Punkten in Portimão nicht mehr aufzuholen war. Für Engel ist das eine Woche nach dem knapp verpassten DTM-Titel ein kleiner Trost.

Super GT: Kunimitsu rückt bis auf drei Punkte heran

Zum Schluss noch ein kurzer Blick nach Japan. In der Super GT gewannen Naoki Yamamoto und Tadasuke Makino im Honda Prelude von Team Kunimitsu das Dreistundenrennen in Autopolis. Yamamoto fuhr einen langen ersten Stint, Makino übernahm in der letzten Stunde die Führung. Für die beiden ist es der zweite Saisonsieg, für Honda der vierte GT500-Sieg in Folge.

Damit schließen sie in der Tabelle auf die amtierenden Meister Sho Tsuboi und Kenta Yamashita auf. Die beiden TOM's-Piloten hatten die ersten beiden Saisonrennen gewonnen, kommen seither aber nur noch im Mittelfeld ins Ziel (in Autopolis als Achte). Nun trennen die beiden Teams nur noch drei Punkte, und mit dem Doppelpack in Motegi stehen in diesem Jahr noch zwei Rennen aus. Wie man so etwas zu Ende bringt, wissen auch Yamamoto und Makino: bereits 2020 wurden sie gemeinsam Meister.

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