Wochenrückblick: Madring-Premiere, Ugochukwu ist F3-Meister
Motorsport-Highlights der Woche (KW 37/2026, 11. bis 13. September)
Die Formel 1 fährt erstmals auf dem Madring, und Kimi Antonelli gewinnt die Premiere. Im Rahmenprogramm holt Ugo Ugochukwu den Titel in der Formel 3, in Hockenheim krönt sich Emanuele Olivieri zum Meister der Formel Regional. Dazu eine wetterbedingt turbulente DTM am Sachsenring und ein Regenrennen der ELMS in Silverstone.
Formel 1: Antonelli gewinnt die Madring-Premiere
Ehrlich gesagt hätte ich vor ein paar Monaten nicht darauf gewettet, dass der Madring rechtzeitig fertig wird. Mit Hilfe aus dem Büro von Hermann Tilke ist es dann doch gelungen, und die Formel 1 konnte wie geplant auf dem neuen Kurs in Madrid fahren.
Die Meinungen über die Strecke gingen weit auseinander. Fahrerisch ist sie anspruchsvoll, zum Überholen bietet sie dagegen praktisch keine Gelegenheit. Entsprechend fad verliefen die Rennen, und auch die Steilkurve kam nicht so richtig zur Geltung. Dass sich am Layout in den nächsten Jahren noch einiges ändert, halte ich für ziemlich sicher.
Den Sieg holte Kimi Antonelli von Startplatz zwei, vor Max Verstappen und Polesetter Lando Norris. Für den Mercedes-Piloten war es bereits der neunte Saisonsieg. Weil Teamkollege George Russell nur Fünfter wurde und Lewis Hamilton ausfiel, wächst Antonellis Vorsprung in der WM auf 81 Punkte.
Formel 3: Ugochukwu schnappt Slater den Titel weg
Die Formel 3 trug in Madrid ihr Saisonfinale aus, und hier drehte sich die Meisterschaft noch einmal. Freddie Slater war mit 15 Punkten Vorsprung angereist, verspielte seine Chancen aber in der Qualifikation. Von Startplatz 16 ist auf einer Strecke, auf der man nicht überholen kann, kaum etwas zu holen (das Rennen endete für ihn zudem vorzeitig). Am Ende standen für Slater in Madrid ganze vier Punkte zu Buche.
Ugo Ugochukwu nutzte die Gelegenheit mit den Rängen acht, vier und zwei und ist mit 159 zu 145 Punkten Meister. Bemerkenswert: Der Campos-Pilot hat in der ganzen Saison nur zwei Rennen gewonnen. Den Titel holte er über Konstanz, und genau die fehlte Slater zum Schluss.
Formel Regional Europameisterschaft: Olivieri ist Meister
Zum Finale war die Formel Regional in Hockenheim unterwegs, und dort drückte Emanuele Olivieri der Saison endgültig seinen Stempel auf. Zu Saisonbeginn hatte ich den Italiener, der als Rookie in die Serie kam, gar nicht auf dem Zettel. Gegen starke Konkurrenz wie Kean Nakamura-Berta und Sebastian Wheldon hat er den Titel aber sehr eindrucksvoll geholt.
Dramatisch wurde es gleich in der ersten Kurve des ersten Rennens, als die beiden Titelanwärter Olivieri und Wheldon kollidierten. Olivieri schied aus, Wheldon kam nur als 19. ins Ziel. Den Sieg holte Jan Przyrowski, und weil Nakamura-Berta Zweiter wurde, lag er plötzlich nur noch sieben Punkte hinter Olivieri. Im zweiten Rennen gewann Wheldon von der Pole, doch Olivieri sicherte sich mit Platz zwei den Titel (218 Punkte vor Wheldon mit 209 und Nakamura-Berta mit 199).
DTM: Dörr dominiert, Preining geht als Favorit ins Finale
Am Sachsenring sorgten die Witterungsbedingungen für abwechslungsreiche und spannende Rennen. Am Samstag gewann Marco Wittmann im Schubert-BMW von der Pole, am Sonntag fuhr Ben Dörr einen überzeugenden und dominanten Sieg heraus. Von Startplatz vier aus ließ er im McLaren seines Familienteams der Konkurrenz keine Chance, es war sein zweiter Saisonsieg.
Von den Meisterschaftskandidaten kam Thomas Preining am besten durch das Wochenende. Mit den Plätzen drei und zwei baute der Manthey-Porsche-Pilot seine Führung auf 23 Punkte vor Maro Engel aus, der im zweiten Rennen von der Pole startete und nur 17. wurde. Wittmann liegt einen weiteren Punkt zurück. Für das DTM-Finale in Hockenheim am 10. und 11. Oktober ist das eine hervorragende Ausgangslage.
ELMS: Regenchaos in Silverstone
Die Europäische Le Mans Serie hat sich in Silverstone wieder einmal selbst überboten. Zur Rennhalbzeit setzte heftiger Regen ein, einige Teams zogen zunächst die falschen Reifen auf und mussten ein weiteres Mal an die Box, und eine knapp 25-minütige Safety-Car-Phase mischte das Feld zusätzlich durch. Unvorhersehbarer kann ein Rennverlauf kaum sein, und das in allen Klassen.
In der LMP2 gewann am Ende Algarve Pro Racing mit Matthias Kaiser, Jake Hughes und Benjamin Barnicoat von Startplatz sechs aus. Der von der Pole gestartete Oreca von Inter Europol wurde nur Zehnter der Klasse. In der Pro/Am-Wertung setzte sich TDS Racing trotz eines technischen Problems durch und kam sogar als Zweiter des Gesamtklassements ins Ziel. Das ist dort der fünfte unterschiedliche Sieger im fünften Rennen.
In der LMP3 feierte R-Ace Grand Prix den ersten ELMS-Sieg, in der LM GT3 gewann Iron Lynx nach einem Duell über die letzten Runden mit knapp drei Sekunden vor der Corvette von TF Sport. Abdulla Ali Al Khelaifi ist damit auch der erste Fahrer aus Katar, der ein ELMS-Rennen gewinnt. Vor dem Finale in Portimão sind in der ELMS alle vier Titel noch offen.