Speedsport KW 34/2026: Norris siegt beim Zandvoort-Abschied, Kirkwood gewinnt Premiere in Washington

Blogeintrag vom 27.08.2026

Speedsport KW 34/2026: Norris siegt beim Zandvoort-Abschied, Kirkwood gewinnt Premiere in Washington

Speedsport KW 34/2026: Norris siegt beim Zandvoort-Abschied, Kirkwood gewinnt Premiere in Washington
Foto: © Penske Entertainment: James Black

Speedsport Magazine: Motorsport-Highlights der Woche (KW 34 / 2026)



Formel 1: Großer Preis der Niederlande



McLaren knüpfte nach der Sommerpause dort an, wo das Team in Budapest aufgehört hatte – allerdings nur mit einem Auto. Lando Norris holte die Pole und gewann das 72-Runden-Rennen mit über elf Sekunden Vorsprung auf Kimi Antonelli. George Russell rettete durch ein VSC den letzten Podestplatz vor Lewis Hamilton und Charles Leclerc. Oscar Piastri kam nur als Sechster ins Ziel. Am Samstag hatte allerdings Mercedes abgeräumt: Russell gewann von der Pole den Sprint vor Leclerc und Norris – seinen dritten Sprinterfolg der Saison nach China und Kanada.

Für den Lokalmatador endete das Wochenende früh. Max Verstappen verlor am Ende der ersten Runde den Wagen auf einer feuchten Stelle und schied nach einem spektakulären Einschlag aus. Es war das letzte Rennen in Zandvoort auf absehbare Zeit: der Kurs verschwindet wieder aus dem Kalender. In der WM führt Antonelli mit 242 Punkten; Russell und Hamilton liegen punktgleich 59 Zähler dahinter.

Im Red-Bull-Kosmos wurde durchgetauscht, und beide Ersatzleute machten ihre Sache gut. Isack Hadjar fiel mit einer Handverletzung aus, Liam Lawson rückte ins A-Team auf und wurde Siebter – trotz einer Zehn-Sekunden-Strafe wegen Missachtung gelber Flaggen und mit Rundenzeiten, die im Qualifying nur rund eine Zehntel hinter Verstappen lagen.
Yuki Tsunoda kehrte bei den Racing Bulls zurück, hatte sich mit einem Simulatortag und einem einzigen Freien Training auf einen Boliden vorbereitet, in dem er nie zuvor gesessen hatte – und verpasste als Elfter die Punkte um knapp fünf Sekunden.

IndyCar, Washington D.C.



Das erste Rennen rund um die National Mall entstand per Präsidialdekret und war entsprechend umstritten. Die Veranstaltung war Teil der Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeit, Donald Trump schwenkte selbst die grüne Flagge.

Sportlich war der 1,7 Meilen kurze Siebenkurven-Kurs solider als erwartet, wenn auch mit Anlaufzeit. Die erste Hälfte des Rennens über 147 Runden verlief weitgehend ereignislos, danach kamen die üblichen Stadtkurs-Zutaten: Ab Runde 37 folgten Crashs und Gelbphasen im Minutentakt. David Malukas traf die Innenmauer und wurde anschließend von Sting Ray Robb getroffen, Scott McLaughlin flog beim Angriff auf die Führung in Kurve eins ab, Felix Rosenqvist drehte sich dahinter. Nur 13 der 25 Starter sahen die Zielflagge in der Führungsrunde, fünf Fahrer fielen aus.

Kyle Kirkwood war die Klasse des Feldes. Der Amerikaner ging von Startplatz zwei in der ersten Runde an Polesetter Alex Palou vorbei, führte 128 der 147 Runden und lag zwischenzeitlich mehr als 15 Sekunden vorn, ehe eine Gelbphase das Feld zusammenschob. Am Ende gewann er vor Christian Lundgaard und Andretti-Teamkollege Will Power. Palou erwischte dagegen einen Tag zum Vergessen: Beim ersten Boxenstopp traf er einen herumliegenden Reifen aus Mick Schumachers Box und kassierte eine Durchfahrtsstrafe, dazu kamen ein langsamer Stopp und 25 Runden vor Schluss ein Dreher samt Mauerkontakt und abgerissenem Frontflügel. Rang 20 – sein zweitschlechtestes Saisonergebnis. Kirkwoods Rückstand schrumpfte von 133 auf 91 Punkte bei drei ausstehenden Rennen.

ELMS: 4 Stunden von Spa-Francorchamps


Sechs Safety-Car-Phasen allein in der ersten Rennhälfte machten den vierten Saisonlauf zeitweise unübersichtlich - am Ende blieben knapp 105 Minuten echtes Rennen. Den Sieg holte der #43-Oreca von Inter Europol Competition mit Jakub Śmiechowski, Nick Yelloly und Tom Dillmann. Es war der erste ELMS-Gesamtsieg des Teams seit Le Castellet 2024. Vector Sport kam zunächst als Zweiter an, verlor die Position aber wegen Unterschreitung der Mindestfahrzeit von Pietro Fittipaldi durch eine nachträgliche Zeitstrafe. Forestier Racing by Panis und IDEC Sport rückten auf die Plätze zwei und drei nach. Für Jamie Chadwick und ihre Teamkollegen war es das erste Podium der Saison.

Pikant ist die Tabelle: Erst durch die nachträgliche Strafe gegen Vector Sport, die Forestier auf Rang zwei spülte, liegen Forestier Racing by Panis (#29) und United Autosports (#22) mit je 70 Punkten exakt gleichauf – vorn geführt wird die französische Mannschaft dank zweier Saisonsiege gegenüber einem der Briten. IDEC Sport folgt 18 Punkte dahinter. Bei zwei ausstehenden Rennen ist noch alles offen.