Blogeintrag vom 26.09.2012

Saisonfinale - II

🕔26.09.2012 👤Michael Zenger, Speedsport Magazine

Vor gut einer Woche fanden in Kalifornien die Finalläufe der Indycar-Serie und der IndyLights statt.

Drama war auch hier nicht Mangelware: Da meinte man diesmal doch, Will Power wäre der Titel 2012 endlich vergönnt. Aber es kam wieder anders und der sympathische Australier ist zweiter der Meisterschaft. Wie 2011. Und wie 2010. Ryan Hunter-Reay war in diesen beiden Saisons jeweils Meisterschafts-Siebter und nun gelang ihm der große Durchbruch. Zu Saisonbeginn unerwartet, aber verdient und überzeugend.
Über viele Jahre hat man immer wieder gehört: Die IndyCar-Serie (und auch seinerzeit die ChampCar) braucht für Erfolg und Akzeptanz bei den Zuschauern neue US-amerikanische Helden, auch um gegen NASCAR medial bestehen zu können.
Die Zeiten von Andretti, Rahal und Al Unser sind lang vorbei, die besten Fahrer der Neuzeit kamen aus Brasilien, Australien, Frankreich und Großbritannien. Mit Ryan Hunter-Reay gibt es nun immerhin einen neuen großen Namen.
Welcher US-Amerikaner kann in Zukunft da noch mitkämpfen? Die Söhne Marco Andretti und Graham Rahal konnten bisher nicht in die Fußstapfen der Väter treten.
In den Nachwuchsformeln sieht es sehr düster aus. Es gibt zwar Alexander Rossi, dessen Stern droht jedoch in dieser Formel Renault-Saison zu verglühen.
Mein Tipp: J.R. Hildebrand und Josef Newgarden. Beide zeigten solide Leistungen bei den IndyCars, ohne in Top-Teams zu sitzen, beide waren Meister in der IndyLights.

Auch die IndyLights haben ihren neuen Meister: Tristian Vautier aus Frankreich.
Und auch hier "wie bei den großen": Esteban Guerrieri ist wieder nur zweiter der Meisterschaft - wie letztes Jahr.
Und wie letztes Jahr frage ich mich wieder: Warum?
Esteban Guerrieris Karriere verfolge ich seit 10 Jahren. Seitdem ist er fast überall bei den Allerschnellsten, egal wo er fährt. 2010 wurde er fast Meister der Formel Renault 3.5 obwohl er drei Rennen auslassen musste. Knapp vor ihm damals: Daniel Ricciardo. Doch die Zeit als Nachwuchsfahrer ist nun vorüber und zum großen Durchbruch scheint es nicht gereicht zu haben. Warum?