Blogeintrag vom 27.06.2013

LeMans Nachlese

🕔27.06.2013 👤Michael Zenger, Speedsport Magazine
LeMans Nachlese
Foto: © fiawec.com

Ein Schatten hängt noch immer über der Jubiläumsausgabe der 24 Stunden von Le Mans und wird immer dort bleiben.
Vermutlich ging es Ihnen wie mir: Nach der schockierenden Nachricht vom Tode Allan Simonsens konnte man das Rennen nur noch verfolgen, nicht aber mit der Freude empfinden die man im Vorfeld auf das größte Autorennen der Welt hatte.

Auch wenn Le Mans tendentiell mehr Gefahren birgt als moderne Rennstrecken - man würde weder die Unfallstelle in der Tertre Rouge selbst noch die Fahrzeuge der GT Klasse als besonders gefährlich bezeichnen.
Sicherlich war das Auto nach dem Unfall stark beschädigt, aber gerade nach den ersten Meldungen, Allan Simonsen habe mit den Rettungskräften gesprochen, kam die Mitteilung von Allan Simonsens Tod vollkommen überraschend.

Noch immer ist der genaue Unfallhergang mit Todesfolge nicht bekannt. Die anfänglichen Gerüchte, dass an der Stelle des Einschlags in die Leitplanken, direkt dahinter ein massiver Baum stehe, scheint aber bestätigt.
Man kann nun spekulieren, ob ein Unfall zwei Meter entfernt nicht vergleichsweise harmlos gewesen wäre. Das alles ist noch Gegenstand von Untersuchungen. Und auch warum der Unfall von Fred Makowiecki im baugleichen Fahrzeug starke Ähnlichkeit zu dem von Allan Simonsen hatte, wird noch zu untersuchen sein.
Wollen wir hoffen, dass die richtigen Schlussfolgerungen gezogen werden. Eines ist aber sicher: Jeder einzelne Meter der Sicherheitsvorkehrungen an der Strecke ist wichtig - auch wenn eine bestimmte Stelle kein "typischer" Gefahrenpunkt ist.

Rein sportlich betrachtet hatte das Rennen viel zu bieten: An der Spitze zeigte sich Audi gegenüber Toyota zwar einen Tick überlegen, aber der Abstand war nie so groß, als dass beim geringsten Problem des führenden Audi der Sieger nicht doch Toyota hätte heißen können.

In der LMP2 Klasse gab es den erwarteten engen Kampf mit vielen Sieganwärtern, wobei sich letztlich mit dem Oak-Team auf Platz 1 und 2 vorab häufig genannte Favoriten durchsetzen konnten.
Eine positive Überraschung der ersten Rennhälfte war für mich der Morgan-Nissan von KCMG. Diese Truppe aus Fernost hatte wohl kaum jemand auf der Rechnung und wurde in der Anfangsphase gar auf Platz 2 geführt. Nach Problemen fiel der Wagen aus Fernost über die Nacht wieder in die Top 10, bis zum endgültigen Ausfall.

Bei den GTs kämpften fast andauernd zwei Porsche 911 und zwei Aston Martin Vantage um die Führung. Erst durch einen Reifenpoker im Regen der letzten Stunde schlug das Pendel Richtung Porsche aus.

Auch in der GT-Amateurklasse gewann ein Porsche 911, das Vorjahresfahrzeug von IMSA Performance.

Wie hier der Aston Martin des Dänen-Trios abgeschnitten hätte werden wir leider nie erfahren.