Blogeintrag vom 25.03.2013

Team-Interna

🕔25.03.2013 👤Michael Zenger, Speedsport Magazine
Team-Interna
Foto: © Red Bull Content Pool

Dass Teamkollegen nicht immer beste Freunde sind, und dass es innerhalb eines Teams nicht immer so harmonisch zugeht wie es den Pressemitteilungen entnommen werden kann, ist bekannt.

Am letzten Wochenende haben wir eindrucksvolle Beispiele davon erlebt - an vorderster Stelle in der Formel 1.

Sowohl bei Red Bull als auch bei Mercedes wurde zum Ende des Rennens die Devise ausgegeben "Platzierungen halten, Autos schonen, Ergebnisse nach Hause fahren". Angesichts der sicheren Plätze 1 und 2 sowie 3 und 4 durchaus verständlich.
Dass Nico Rosberg darüber nicht begeistert war, wo er doch deutlich schneller fahren konnte als der spritsparende Hamilton, ist verständlich.
Dass Sebastian Vettel davon wenig begeistert war, ist ebenfalls zu verstehen. Weniger verständlich dagegen, wenn er sich durch sehr risikofreudige Überholaktionen nicht daran hält, obwohl das Team ihn am Funk frei übersetzt als "Spinner" bezeichnet hat.

Über Teamabsprachen hinwegsetzen konnten sich schon viele Formel 1-Piloten der jüngeren und älteren Generation. Oftmals gab der Erfolg ihnen auch Recht - aber ich meine: Die wahren Champions haben das nicht nötig!

Anderseits wollen wir alle doch harte Teamduelle und echte Charaktere erleben, und genau das haben wir bei Red Bull und auch bei Mercedes - auch wenn es bei Mercedes viel friedlicher wirkt.
Eigentlich logisch - denn dort hat sich nicht der Ehrgeiz eines Einzelnen über die Interessen eines Teams mit Hunderten von Angestellten hinweggesetzt. Dort ist ein Nico Rosberg, der vom Team nicht zur "Nummer 2" herabgestuft wird und ein Lewis Hamilton, der Rosberg am liebsten den eingefahrenen Platz 3 geschenkt hätte.

Anders bei Red Bull - hier wird es in den kommenden Tagen hinter verschlossenen Türen noch ordentlich scheppern.


Auch gescheppert hat es teamintern in den ersten Minuten der Qualifikation in Monza bei der Tourenwagen-WM.
Eine Aktion wie dort, als Alex Dudukalo seinen Teamkollegen James Thompson und sich selbst mit einem um Lichtjahre zu spätem Bremspunkt ins Aus beförderte, hat man selten gesehen. "Dümmer gehts nimmer" kommentierte Uwe Winter auf Eurosport ob zweier Fast-Totalschäden - vollkommen zurecht.
Es sollte mich wundern, wenn wir Dudukalo nochmals bei Lada Sport in der WTCC sehen.