Blogeintrag vom 14.06.2013

Tourenwagen in Brasilien

🕔14.06.2013 👤Michael Zenger, Speedsport Magazine
Tourenwagen in Brasilien
Foto: © Red Bull Content Pool

Kommendes Wochenende fährt die brasilianische Stock Car Meisterschaft das sechste von 12 Saisonrennen und hat somit Halbzeit.
Auch wenn - oder gerade weil - diese Tourenwagenserie in Europa eher unbekannt ist, lohnt es sich einen genaueren Blick darauf zu werfen.

Die Rennfahrzeuge selbst mit den bulligen V8 Motoren erinnern an die DTM oder auch die V8 Supercars aus Australien. Derzeit sind zwei Hersteller am Start: Peugeot mit einer Rennversion der Mittelklasselimousine 408 und Chevrolet mit der Stufenheckvariante des Sonic. Der Sonic entspricht dem europäischen Aveo und ist somit ein Kleinwagen. Im Rennkleid sieht man die "mickrige" Abstammung aber nicht mehr so deutlich.

Jeder, der die europäische Formel-Szene in den letzten Jahren verfolgt hat, wird beim Blick in die Starterliste fast das halbe Feld kennen. Und das Feld ist groß: Üblicherweise sind über 30 Fahrzeuge am Start.

Viele ehemalige GP2 und Formel 3000 Piloten sind darunter, wie die Zwillinge Rodrigo und Ricardo Sperafico oder Antonio Pizzonia und Diego Nunes (alle Rennsieger zu deren Zeit) sowie Sergio Jimenez, Max Wilson und Ricardo Mauricio. Die letztgenannten kamen bei den Stock Cars schon in den Jahren 2008 und 2010 zu Meisterehren.

Aus der ehemaligen A1 GP kommen mit Tuka Rocha und Allam Khodair weitere bekannte Namen . Ein durch seine Zeit in der deutschen Formel BMW und Formel 3 besonders in Deutschland bekannter Pilot ist Atila Abreu.

Der mehrfache Meister Caca Bueno ist durch diverse Gaststarts in der Tourenwagen WM auch kein Unbekannter .

Die prominentesten Namen sind sicher die Ex-Formel 1 Fahrer: Luciano Burti und Ricardo Zonta tummeln sich dort genauso wie Rubens Barrichello. Der Rekordstarter der Formel 1 hat nach einem Abstecher bei den IndyCars nun ein neues Betätigungsfeld in seiner Heimat gefunden und fügt sich dort gut ein: Mit einem zweiten Platz beim vorletzten Rennen schaffte er den Sprung aufs Podest und liegt aktuell auf Platz 10 der Meisterschaft. Das ist umso beeindruckender, wenn man die Ergebnisse der einzelnen Fahrer über die Jahre genauer analysiert: Jeder Neuling hat hier mindestens ein Lernjahr gebraucht, um auf halbwegs gute Ergebnisse zu kommen.

Wie Barrichello ist auch Raphael Matos nach seiner Zeit bei den IndyCars nun in einem Auto mit Dach in Brasilien unterwegs.

Seit diesem Winter ist die brasilianische Stock Car Meisterschaft im Speedsport Magazine mit kompletten Ergebnissen und Tabellen vertreten. Aktuell sind die Saisons von 2008 bis heute eingepflegt.